So
19
Mai
2013
Karneval der Kulturen, Straßenabsperrung, überfüllte U-Bahnen und ein so voller U-Bahnhof Hallesches Tor, dass wir eine gefühlte Ewigkeit brauchen, bis wir endlich unten stehen, mitten in der Menge, plötzlich ein kleines Schlupfloch und da ist eine Mini-Oase, zumindest für die nächste Stunde, aber schnell ist klar, als wir über die „Kinderwiese“ gehen, dass das meinem Sohn und mir zu voll und zu laut ist. Wir sind kurz am Platz vor der Kirche, da wollten wir uns treffen, doch da kommen wir gar nicht weiter und irgendwann gehen wir zurück, uns strömen weitere Menschen entgegen, nur ein paar, viele auch mit Buggy oder Baby unterwegs, schlagen die gleiche Richtung ein wie wir – weg von der Masse.
Trotzdem schön und schön auch, dass Berliner freundlich und offen und charmant sind.
Wohltuende Lichtung, weniger Menschen, Friedrichshain, kurz aufatmen und ich freu mich, dass wir hier wohnen.
Heute herausgefunden:
Manchmal merkt man erst, dass es einem gut geht, wenn störende Einflüsse oder Menschen weg sind, die einen auf eine seltsame Art daran gehindert haben, seinen eigenen Weg zu gehen.
Di
14
Mai
2013
Um mich herum gibt es viele Sehenswürdigkeiten. Ich fahre am Roten Rathaus vorbei, am Nikolaiviertel und natürlich am Brandenburger Tor, das um halb elf schon voller Menschen ist. Überall kommen uns Schulklassen entgegen und für einen kurzen Augenblick denke ich an meine eigene Schulzeit zurück. Viele Gesichter der Schüler sehen gelangweilt aus.
Am Checkpoint Charlie ist es so voll, dass man nur Menschenleiber sieht, die aneinander gepresst im Museum stehen.
Am Jüdischen Museum steigen wir aus. Laufen an Hochhäusern vorbei zum Mehringdamm und essen dort Vietnamesisch.
Fahren am Platz vorbei, auf dem Nationalsozialisten Bücher verbrannt haben. Komisches Gefühl. Der Audioguide erwähnt die Nationalsozialisten alle paar Minuten, sie sind mit vielen Plätzen der Stadt verbunden.
An der East Side Gallery steigen wir aus und gehen dann in Friedrichshain noch mal Essen, wieder zum Vietnamesen "New Day", der top Essen zu kleinen Preisen anbietet. Ich mag die Gerichte, die voller Kräuter sind.
Dann gehen wir auseinander. Der letzte Familientag. Irgendwie schade.
Do
09
Mai
2013
Eigentlich wollten wir zu einem Picknick in Kreuzberg, doch das ist ins Wasser gefallen. Und so haben wir zusammen den Kleiderschrank weiter angemalt, aus Bügelperlen kleine Kunstwerke gemacht und dabei den Amelie-Soundtrack gehört.
Und dann, mittendrin, habe ich mich plötzlich zuhause gefühlt.
Heute herausgefunden:
- Wie es mir geht, bestimmt meine Welt.
Mi
08
Mai
2013
Mein Sohn: "Ich muss auf die Toilette. Kommst du mit?"
Ich: "Warum?"
Mein Sohn: "Weil ich gern eine Zeit mit dir verbringe."
Di
07
Mai
2013
Nach 3 Wochen sportlicher Enthaltsamkeit heute endlich wieder Sport, zwar in kleiner Dosis, aber trotzdem, sofort den wohltuenden Effekt gemerkt. Sport hat eine wohltuende Wirkung auf die Grundstimmung. Das kann ich nach diversen Selbsttests nur bestätigen.
Kontrast dazu in der S-Bahn: Den ersten Drogensüchtigen gesehen, der sich gekratzt hat zwischen seinen Zehen, am Hals, am Rücken.
Heute herausgefunden:
- Müsliknoten kann man gut essen, sie sind lecker.
- Die Tram M 13 hat noch Stufen - unpraktisch mit Buggy.
- Ich mag Berlin auch bei Regen.
Mo
06
Mai
2013
Meine Seele atmet auf, als ich den Volkspark Friedrichshain betrete. Viele Menschen sind da, genießen die Sonnenstrahlen, Kinder spielen auf den Spielplätzen, das Cafe ist gut besucht, am Kiosk stehen wir in der Schlange.
Ein nettes Gespräch mit freundlicher älterer Dame, die mir ihr Alter verrät, das ich nicht so ganz glauben kann. Ich hätte sie glatt 20 Jahre jünger geschätzt.
Viele schöne Bilder: blühende Kirschblüten. eine große Glocke am Wasser. ein Märchenbrunnen wie aus einer anderen Zeit. mein glücklicher Sohn, der am Wasser spielt, die Enten fangen will und sich immer wieder die Märchen von mir erzählen lässt.
Heute herausgefunden:
- Aschenputtel hieß gar nicht Aschenputtel.
- Ich kenne das Märchen von den Gänsen nicht.
- Enten lassen sich nicht einfach fangen.
So
05
Mai
2013
Das Bild, das ich vom Trödelmarkt im Mauerpark gesehen hatte, sah entspannt aus und da ich Trödelmärkte sehr mag, bin ich heute hingefahren. Die Tram M10 war vorne schon zu voll und ich ahnte, dass diese ganzen Menschen auch zum Trödelmarkt wollten.
Es war ziemlich voll und mit dem Buggy ziemlich schwer voranzukommen. An einer Stelle stand ich fassungslos mit offenem Mund da und hörte, wie jemand hinter mir gerade telefonierte und sagte: "Sieht aus wie ein Flüchtlingslager." Ich musste lachen, die Szenerie hatte wirklich was von Flüchtlingslager und ich glaube kaum, dass irgendjemand an einem einzigen Tag den ganzen Trödelmarkt durchquert hat.
"Trotzdem" ist der Trödelmarkt sehr schön, es gibt einfach alles: Klamotten, Bücher und Spielzeug, Fahrräder, Haushaltskram, usw. Sehr schön fand ich die Live-Musik vor dem Trödelmarkt und die Hüpfburgen, die für die Kinder aufgebaut worden waren. "Draußen" saßen ebenfalls recht viele Leute und als ich am Nachmittag noch mal schaute, war es richtig massig voll.
Chillig dagegen die Kastanienallee, überall saßen Leute und aßen und tranken.
Herausgefunden heute:
- Mauerpark hat nicht viel mit Mauern und Park zu tun.
- Man sitzt sehr lange mit einer Kuchenform an einer Sandburg.
Fr
03
Mai
2013
Der Kinderbauernhof im Görlitzer Park ist sehr schön und entspannt. Kontrastprogramm dazu bot das Bild des Parks "draußen" - Menschen, Menschen, Menschen. Dazwischen Plastik, Plastik, Plastik (wahrscheinlich vom 01. Mai). Sah aus wie ein riesiges Sit-In mit Gitarrenmusik, Grillfleisch und Bier und roch zwischendurch sehr süß nach Eis, Gras und zaghaft nach erster Sonnencreme.
In der Nähe des Parks gibt es einen (mehrere ;-) Falafelladen, gegenüber von einem Cafe mit Spielplatz. Schmeckt gut und frisch, geht schnell und ein mittlerer Teller reicht vollkommen aus für normal Hungrige (habe beim Rausgehen einen großen Teller gesehen, der reicht locker für 2). Dementsprechend beliebt und gut besucht. Nett: Schaukelpferdchen für die Kleinen.
Danach noch einen Abstecher in Friedrichshain gemacht und dabei erstaunt festgestellt, dass das Antiquariat auf der Karl-Marx-Allee auch abends noch auf hat und gut besucht ist. Schöne Idee, 2nd hand Bücher mit Cafe und Kuchen und Essen zu verbinden. Wird das Stöbern mit Kind direkt entspannter ;-)
Herausgefunden heute:
- Schlafmangel macht hämmernde Bohrkopfschmerzen
- Club Mate hilft nicht dagegen
Mi
01
Mai
2013
Sehr viele antiquarische Stände, einige wenige mit Kindersachen, reger Menschenauflauf, teilweise so voll, dass wir im Stau standen. Sehr gemischtes Publikum.
Natürlich genug zu Essen und zu Trinken da, viele Currywürste.
Ein bisschen Zauber kommt auf, als mein Sohn wie gebannt vor einem Plastikschmetterling stehen bleibt, der seine Kreise zieht. Der Verkäufer ist ein freundlicher, älterer asiatischer Mann, der meinem Sohn den Gefallen tut und den Schmetterling zum Stehen bringt und sich wieder bewegen lässt.
Sehr nette Atmosphäre, irgendwie erdig und freundlich!
Heute herausgefunden:
- Die beste Currywurst aß ich bisher in Kreuzberg.
- Schlafmangel macht schlechte Laune.
- Club Mate hilft kurzfristig dagegen.
Mi
13
Feb
2013
Früher hatte ich Angst vor dir, da war ich Anfang 20 und viele haben mich vor dir gewarnt und natürlich bin ich trotzdem gegangen, zu dir, heimlich, um zu sehen, was so Furchteinflößendes an dir ist
und damals schoß ein Mann auf einen anderen Mann im U-Bahnhof
ein anderer stach mit einem Messer auf einen anderen Mann ein, der blutend zusammenbrach
und tatsächlich, ich hatte Angst vor dir.
Später ging J., ein guter Freund aus Köln, der einen verregneten Sommer rettete und mich gleich mit, als ich dabei war, an allem zu zweifeln, J. ging nach Berlin
so weit weg
dachte ich, viel zu weit weg, als dass wir weiterhin zusammen verregnete Sommer retten könnten
und ich schrieb mir zum ersten Mal Js. Geburtstag auf
weil wir uns nicht mehr zufällig an Js. Geburtstagen treffen würden
und als ich J anrief an seinem Geburtstag
schimpfte er auf die Stadt und darauf, dass er alleine an seinem Geburtstag ist und aus Frust die Obdachlosen und Drogis aus seiner Straße eingeladen hat und nun sein riesiges Zimmer nach Urin stinken würde und ob ich vielleicht eventuell in den Zug steigen würde, damit die letzte Stunde seines Geburtstages besser wird als die 23 Stunden davor
doch ich tat es nicht, weil ich wusste, ich würde nicht mehr zurück fahren.
Ein Jahr später sah ich J. traurig und dreckig und mit wirren Augen, die nicht mehr seine waren, in der S-Bahn und hatte tatsächlich wieder Angst vor dieser Stadt. J. sah mich an und erkannte mich nicht, erst als meine Hand über sein Haar strich, kam eine leise Erinnerung an verregnete Sommer, heiße Kirschen
und meine Rettung im Freibad nachts auf. Sie war genau so schnell wieder weg.
Wir haben es noch einmal versucht, wieder später, als ich weglaufen wollte vor Lebensentwürfen und schließlich durch Friedrichshain lief, jung und dynamisch und mit meinem potentiellen Chef Basketball spielte und wusste, dass ich nicht in einem voll verglasten Büro sitzen wollte, ich ging wieder, lief wieder eine halbe Ewigkeit und genau 2 Neonazis in die Arme, die sich so seltsam angrinsten, dass ich mich aus ihren Armen heraus wand und ihnen meine Jacke überließ und wegrannte, irgendwohin nirgendwohin wohin in diesem labyrinth aus Raum und Meer und plötzlich eine Rettung fand in einer Kneipe, die voller Punks war. Die 2 Neonazis haben es bitter bereut, mir hinterher gelaufen zu sein.
Ich konnte nicht schlafen in dieser Nacht, doch meine Angst war weg.
Viel später haben wir uns einige Male wiedergesehen zur Berlinale, das warst nicht ganz du, das war eine ganz spezielle Seite von dir, die ich sehr mochte und die mir trotzdem auch sehr fremd blieb.
Und nun jetzt, wieder später und ganz anders, sehen wir uns wieder, wir sind älter geworden, ich mit Kind sehe dich jetzt ganz anders, du erscheinst mir wie das wildeste, kreativste und versöhnlichste Stück Deutschland, das ich bisher kennen gelernt habe, du bist schön, weil du an jeder Ecke Musik bietest, du bist versöhnlich, weil du die Menschen so lässt, wie sie sind und in dieser freien und offenen und toleranten Atmosphäre finde ich viel Herzlichkeit und nebenbei, nie aufgedrängt, einfach zum Leben gehörend, weil das Leben so ist, Politisches.
Ich habe viel Spaß gehabt und möchte dich bald wiedersehen, dich besser kennen lernen, ein Teil von dir sein und dich einen Teil von mir sein lassen und schauen, was möglich ist.
So
27
Jan
2013
Anina wusste nicht, ob sie sich verrannt hatte. Konnte es sein, dass sie sich nur eingebildet hatte, Sam auf dem Flohmarkt gesehen zu haben? Warum gab er sich nicht zu erkennen?
Anina wollte so gerne wissen, wo Sam war. Lebte er wirklich am anderen Ende der Welt? Oder war er viel näher, als sie dachte?
Es war für Anina so wichtig, das zu wissen, weil Sam das Sein poetisch machte. In jedem Ort gibt es Menschen, die dir sagen, was VERNÜNFTIG ist. Ohne Frage, vernünftig zu sein hatte durchaus seinen Sinn und seine Berechtigung, doch NUR VERNÜNFTIG sein hielt Anina nicht aus, denn das machte starr, kalt und hart. Nur mit Vernunft war das Leben nicht mehr poetisch, es war auf eine lange Zeit geplant und hatte geometrische Formen und wenig bis gar keinen Raum für Spontaneität, Zufälle, Ideen oder Verrücktes.
Anina wollte wissen, wo Sam war, weil sie ihn als eine Möglichkeit, als einen Teil mit einbeziehen wollte. Es wäre doch "nur vernünftig", wenn sie einfach nur das tat und plante, was sie alleine betraf. Doch war das nicht oft der Anfang von gequälten Episoden über Menschen, die später bereuten, dass sie nicht in dem Moment ihre Gefühle geäußert hatten, in dem es darauf ankam und die Chance auf Liebe, Glück und Erfüllung vorbei ziehen ließen?
Nein, das wollte Anina nicht und deshalb schrieb sie einen Brief an Sam.
Fr
25
Jan
2013
Anina hatte gehofft, irrationalerweise?, Sam zu sehen. Sie hatte angefangen, ihre Wohnung
aufzuräumen und mitten im Aufräumen und Putzen hatte Anina gemerkt, dass sie mit all den
Dingen, die sie wegräumte, auch Ordnung in ihr Leben brachte. Sie räumte ihr Leben auf.
Das war ein schönes Gefühl, klar und besonnen.
Anina hatte Lieder gespielt und gesungen, die sie Sam vorspielen und vorsingen wollte. Darunter "next to me" von Emile Sande, ein Song, der eine unglaublich schöne, berührende und meditative
Wirkung auf Anina hatte. Doch Sam war nicht gekommen.
Es war seltsam. Anina hatte ganz fest damit gerechnet, am Boden zerstört zu sein oder zumindest tieftraurig und enttäuscht, doch als klar war, dass Sam nicht kommen würde, machte sich ein seltsam
leichtes und schwebendes Gefühl in Anina breit. Es würde alles gut werden.
Sie würde Sam wiedersehen, wenn er das auch wollte.
Wenn zwei Menschen zueinander gehörten, wenn zwei Herzen sich nacheinander sehnten,
dann würden diese beiden Menschen, diese beiden Herzen nach den kosmischen Gesetzen des Universums zueinander finden.
Denn am Ende siegte immer die wahre Liebe.
Mi
23
Jan
2013
Es war sehr kalt.
Die Fata Morgana war sehr gut gewesen, so dass Anina für einen kurzen Moment geglaubt hatte, das sei die Wirklichkeit.
Sie wusste ganz genau: Der Schein war nicht das Sein.
Als Anina die Grotte betrat, sah sie ein Feuer und hinter dem Feuer war ein Auge in der Wand, das zu ihr sprach: Erliege den Illusionen nicht und traue nicht dem Spiegel der Maya. Ein Zauberer ist längst kein Magier. Die Wirklichkeit des Mondes erkennst du nicht, indem du in den Teich blickst.
Dann verschwand das Auge,
das Feuer wurde klein
und Anina stand nicht mehr in der Grotte,
sondern watete durch einen Fluß
an Bergen vorbei,
Fr
18
Jan
2013
Nach einer dunklen Zeit, Jahre der Unsicherheit, Tränen und reißendem Herzen flog Anina mit ihrem Stern ans andere Ende der Welt, an einen Ort, wo sie niemals war, in die Heimat ihrer Ahnen.
Innerlich verhärtet aus Angst vor erneuten Herzschmerzen hielt Anina ihren Stern immer an der Hand und war nicht offen für die Blicke von Sam, einem Weltling vom anderen Ende der Welt.
Fr
05
Okt
2012
Es gibt viele verschiedene DMZ-Touren (Entmilitarisierte Zone), die allesamt sehr gut besucht sind. Das Interesse daran, etwas von dem geschlossenen Nordkorea zu sehen, ist sehr hoch. Auf dem Foto sieht man den Bahnhof "Dorasan Station", von dem aus man nach Nordkorea fahren konnte. Auf der rechten Seite (nicht zu sehen auf dem Foto) gab es noch einen Passport-Schalter, dort konnten die Touristen ihren Besuch der Dorasan Station mit einem Stempel im Reisepass verewigen.
Do
23
Aug
2012
http://www.wz-newsline.de/lokales/kreis-mettmann/hilden/autorin-young-mi-kuen-schreibt-jugendroman-1.1078131
Von Stefan Kreidewolf
Die Autorin Young-Mi Kuen schreibt in ihrem Jugendroman über den Konflikt zwischen Generationen.
Hilden. Einser in der Schule, Listen abarbeiten und Klavier spielen – Sues (14) Leben ist von den hohen Erwartungen ihrer Mutter bestimmt. Ihre Mutter bemerkt nicht, dass der Widerwille der Tochter gegen die koreanische Kultur stetig wächst: Sue verleugnet ihren koreanischen Namen So-Young, spricht kein Koreanisch und kocht koreanisches Essen nur mit Atemschutz. Die Fesseln der koreanischen Leistungsgesellschaft werden immer enger – und enden schließlich in einer Katastrophe, die Sue und ihre Mutter vor eine endgültige Entscheidung stellt.
Die Autorin will ihr Werk auf internationale Leinwände bringen
„Kyopo – Weiße Schmetterlinge“ heißt der erste Jugendroman von Young-Mi Kuen. Aber die 116 Seiten sind nicht im südkoreanischen Seoul entstanden, sondern in Hilden. Dort wohnt die 36-jährige Autorin und Texterin seit zwei Jahren mit ihrer Familie.
Zum Schreiben kam die Mutter eines Sohnes während ihres ersten Studiums der Pädagogik. Vieles hat sie ausprobiert, textete für einen Stadtführer-Verlag, machte Pressearbeit oder schrieb an einer SMS-Soap mit. Über Freunde fand sie dann den Einstieg zum Drehbuch-Schreiben bei einer Produktionsfirma. An ihr Pädagogik-Studium schloss sie deshalb den Bachelor-Studiengang „Drehbuch“ an der Internationalen Filmschule Köln an. Ihre Abschlussarbeit war 2008 dann „Kyopo – Weiße Schmetterlinge“. „Das Buch ist zur Hälfte autobiografisch“, sagt Kuen.
Nach dem Drehbuch hat sie die Geschichte jetzt umgeschrieben und als E-Book herausgegeben. „Es geht um einen Generationenkonflikt, der so überall passieren kann. Es geht aber auch um ein Mädchen zwischen zwei Welten, das über eine Mädchenfreundschaft wieder den Bezug zur eigenen Kultur bekommt“, sagt die Autorin.
Mit dem Stoff, der sie seit vier Jahren beschäftigt, hat die Autorin noch viel vor. „Ich habe mein Buch auch an Printverlage geschickt. Je nachdem, wie der E-Book-Verkauf läuft, könnte ich mir vorstellen, dass das Buch auch gedruckt wird.“ Ihr Traum wäre es, dass ihr Drehbuch International verfilmt wird. „Ich suche gerade Produzenten, die ein Familiendrama daraus machen.“
Auch wenn sie in Deutschland geboren wurde – ihre Eltern kommen beide aus Südkorea – und nur als Kind nur im Urlaub in der Heimat ihrer Vorfahren war, sollte das Drehbuch mit südkoreanischem Expertenwissen verfilmt werden: „Ich stelle mir auch Animations-Szenen vor, da haben die Südkoreaner mehr Erfahrung.“
Schreiben ordnet Gedanken, macht Ziele klar, bringt Tiefes nach oben.
Schreiben halte ich für ein geeignetes Mittel, seine Meinung kundzutun.
Schreiben zeigt den Menschen, wie er wirklich ist. Beim Schreiben kann man sich nicht verstecken.
Sie suchen keine reine Texterstellungsmaschine ohne Haltung, sondern einen denkenden Menschen, der recherchieren kann und mit seinen Texten klar und deutlich seinen Standpunkt vertritt? Dann lesen Sie bitte weiter!